Ein kostspieliges Vermächtnis
LDM beliefert mit seinen hochwertigen Messingprodukten unter anderem die Automobilindustrie und die Sanitärbranche. Das Unternehmen profiliert sich als ‘Nischenanbieter’ auf dem nationalen und internationalen Markt. Es zählt 166 Mitarbeiter und ist seit 2004 – nach mehreren Eigentümerwechseln – ein Tochterunternehmen des finnischen Outokumpu-Konzerns, einem Global Player auf dem Markt für Edelstahl-Halbfertigware.
“Unser Betrieb ist ein Nachfahre des inzwischen ebenfalls aufgelösten wie weltberühmten Lips des Großunternehmers Max Lips,” erläutert der Geschäftsführer Roel Priest. “In der goldenen Nachkriegszeit hatte Lips bis zu 3000 Mitarbeiter vollzeitangestellt. Gut für sowohl die kommenden als auch die gehenden Schichten, dass die Polizei den Verkehr von und zum Industriekomplex in die richtigen Bahnen lenken musste. Im hemmungslosen Streben nach industrieller Expansion schonte Lips damals ‘weder Kosten noch Umwelt’. Mineralöl, chlorhaltige Reinigungsmittel, Kupfer und Zink aus Gießereisand verschwanden im Boden. Dies bescherte schließlich ein teures Bodenvermächtnis, um das sich LDM als Nachfahre nun größtenteils aus eigener Tasche kümmern muss.”
LDM übernimmt die Verantwortung
Die kontaminierenden Schadstoffe befinden sich unter dem Betriebskomplex mit einer Fläche von 6 Hektar auf dem Industriegelände Groenewoud I. Nach heutigen Umweltkriterien gefährden die Stoffe in mehr oder weniger bedeutendem Umfang die Grundwasserqualität. Die Parole lautet daher also ‚Abfallbeseitigung’. So gründlich, dass die Verunreinigungen danach entsorgt oder vollständig immobil/stabil sind. Neue Verschmutzungen kommen natürlich absolut nicht in Betracht. Zu diesem Zweck verfolgt das Unternehmen eine proaktive KAM-Politik (k: niederl. für kwaliteit, Qualität; arbo: niederl. für Arbeitsschutz und milieu: niederl. für Umwelt) und tut dies auch gerne seiner Außenwelt kund.
Sanieren in strategischen Stufen bzw. Phasen
“Die bewussten Verschmutzungen sind größtenteils im Zeitraum zwischen 1950 und 1985 entstanden, als die Industriebetriebe in umwelttechnischer Hinsicht noch wach werden mussten. Auch in Drunen,” weiß KAM-Manager Hans van Dugteren. “Nach umfassenden Bodenuntersuchungen in 1997 vereinbarten wir mit den zuständigen Behörden – der Provinz Noord-Brabant – dass wir innerhalb von 10 Jahren nach Dato die Sanierung dieses Standortes in Angriff nehmen würden. Es wurde ferner eine Sanierungszeit von 30 Jahren vereinbart.”
2005 gab LDM die Entwicklung eines Bodensanierungsplans in strategischen Stufen bzw. Phasen in Auftrag. Neue Erkenntnisse und eine dementsprechende Gesetzgebung bezüglich der Bodensanierung erforderten eine Aktualisierung des Bodenzustandes. Die Ergebnisse bildeten die Grundlage für den letztendlichen Sanierungsplan in mehreren Phasen. Im Sommer 2007 erhielten wir diesbezüglich den definitiven Bescheid.
Van Dugteren: “Um eine reibungslose und ungestörte Weiterführung unserer Betriebstätigkeit zu gewährleisten, wurde der Eingriff in strategische Stufen aufgeteilt. Die bedrohlichsten Verschmutzungen werden als Erstes – noch vor 2012 - in Angriff genommen. Abschluss der Arbeiten: 2036. Kostenpunkt: € 3,9 Millionen, ungefähr zu einem Viertel mit Subventionen für jede einzelne Teilsanierungsphase gefördert.”
Mitte 2008 beginnt das ‘Großreinemachen’ mit der Abgrabung und Reinigung des ersten der insgesamt elf identifizierten Quellgebiete. |